Bericht über den Bulgarien Besuch vom 1.-4. 10.2010
Am Freitag, dem 1. Oktober trafen wir uns um kurz nach vier Uhr nachts vor der Schule, um unsere abenteuerliche Reise nach Sandanski in den Süden Bulgariens anzutreten. Als Teilnehmer waren Jörg, Sven, Eleonora, Xenia, Karoline und wir beide auserkoren worden. Die Begleitpersonen waren Herr Vogel, der Schulelternsprecher, und Frau Wessel.
Wir fuhren mit zwei Autos nach Berlin-Tegel, von wo aus wir dann mit Bulgaria Air nach Sofia flogen.
Dort angekommen wurden wir von einem sehr netten und Deutsch sprechenden Bulgaren namens Viktor mit einem Kleinbus abgeholt. Als erstes zeigte er uns die Highlights von Sofia, wie die berühmte Kirche mit der Goldkuppel. Schon allein um aus Sofia heraus auf die Straße Richtung Sandanski zu kommen, benötigten wir insgesamt eine Stunde. Als wir endlich die Zigeunerviertel der Vorstadt hinter uns gelassen hatten(solche Bilder vergisst man nicht so leicht), gerieten wir auch noch in einen sehr langen Stau, welcher unsere Nerven zusätzlich strapazierte.
Endlich in Sandanski angekommen, wurden wir sehr freundlich von drei bulgarischen Kindern empfangen. Uns wurde ein Programmzettel ausgehändigt und dann durften wir erst einmal in unsere Zimmer. Nachdem wir glücklich, wie wir waren, ins Foyer der Unterkunft kamen, wollten uns die drei Bulgaren die Stadt zeigen. Wir waren natürlich einverstanden und folgten dem Angebot. Uns wurden Reste von Bäderruinen aus längst vergangenen Zeiten, die Einkaufsstraße, die natürlichen, 76°C heißen Quellen und der Stadtpark mit einer sehr wackeligen Hängebrücke über den Fluss gezeigt.
Wir unterhielten uns durchgängig auf Englisch mit ihnen.
Nach dieser ersten Einführung ins Stadtbild, gab es im Speisesaal des Hotels das Abendbrot für alle an dem Projekt teilnehmenden Gruppen. Darunter waren drei mazedonische und unsere deutsche Gruppe. Da Jörg und wir noch aufeinander warteten und nicht sofort zum Pool rannten, „durften“ wir dann noch an einem mazedonischen Volkstanz teilnehmen, bei dem wir erste Bekanntschaft mit den mazedonischen Jugendlichen machten. Anschließend besichtigten wir dann noch das Nachtleben der Stadt. Da aber nichts los war, verflüchtigten wir uns dann schnell auf unsere Zimmer.
Der Samstag beinhaltete die schönsten Programpunkte, einen Volkslauf durch die Stadt und der anschließenden künstlerischen Betätigungen gegen Drogen. Außerdem war es der wärmste (rund 25°C) und sonnigste Tag.
Der Stadtlauf startete um zehn Uhr dreißig und war so dass Highlight des Tages, was man daran sah, dass fast die ganze Stadt auf den Beinen war, um irgendwie daran Teil zu haben.
Es starteten rund vierhundert Läufer, u.a. auch Olaf Ludwig, ein Leipziger Radprofi und ehemaliger Olympiasieger. Die Sensation bestand für uns dann darin, dass Daniel in diesem Lauf den zweiten Platz belegte, trotz deutlich älterer Konkurrenz. Auch Linus und Sven erreichten gute Positionen. Bei den Mädchen war Karolin nur knapp an einer Medaille vorbei gelaufen. Bei der anschließenden Siegerehrung waren auch zwei Fernsehteams dabei. Nach dem leckeren Mittagsessen folgten die künstlerischen Aktivitäten auf dem Hauptplatz der Stadt, welche in Bemalen von Leinwänden zum Thema Drogen bestand. In dieser Disziplin war unsere Gruppe aber nicht ganz so leistungsstark wie beim Stadtlauf. Nach diesem Programmpunkt hatten wir alle Freizeit. Wir trafen uns dann mit den drei Bulgaren, um mit ihnen noch ein bisschen durch die Stadt zu ziehen. Der Tag ging dann irgendwann damit zu Ende, dass wir alle zur Disco wollten, die aber schon am Vorabend gewesen sein sollte und somit saßen wir dann alle zusammen vor der Disco und kamen dann mit den Mazedoniern ins Gespräch und quatschten den ganzen Abend bis wir dann etwas spät in unsere Zimmer mussten.
Der Sonntag stand ganz im Zeichen der Region. So unternahmen wir einen Ausflug ins nah gelegene Melnik, welches berühmt ist für seinen Wein und seine zahlreichen Klöster und Kirchen, die es hier im Mittelalter gab. Am besten erhalten ist das „Rhozen Kloster“, ein noch heute betriebenes Kloster, welches wir besichtigten. Danach ging es in den Ortskern, der kleinsten Stadt der Balkanhalbinsel (rund 350 Einwohner). Nach dem Mittagessen stand der Abschied von unseren mazedonischen Kollegen an, der nicht jedem leicht fiel. Auf der Rückfahrt begann es dann auch noch zu regnen und zu stürmen, was unserer Traurigkeit nicht gerade half. Nur phasenweise gab es abends noch Regenpausen. Wir kauften nur noch kurz die ersten Mitbringsel und fuhren mit zwei Tretbooten über den „Parksee“, wobei wir von Lubka unterstützt wurden, einem bulgarischen Mädchen welches uns auch noch zu sich nach Hause einlud.
Der letzte Tag wurde zuerst zum Kofferpacken genutzt. Danach gingen wir unsere restlichen Lew(Geld) verbraten. Mittags standen dann Essen und Verabschieden auf dem Programm.
Die Fahrt nach Sofia ging überraschend schnell. In Sofia wurden uns dann die Gegensätze Bulgariens bewusst. Waren wir auf der Hinfahrt noch durch die Viertel der Ärmsten gefahren, so sahen wir jetzt entlang der 6-spurigen Autobahn große Häuser aus Glas und Shoppingpaläste. Wir entdeckten sogar einen Kaufmarkt. Der Flughafen war ebenfalls sehr neu, gebaut mit EU-Fördermitteln.
In Tegel gelandet, beeilten wir uns nach Hause zu kommen, schließlich war es schon fast 20 Uhr. Trotzdem war noch Zeit für eine kurze Pause bei Burger King.
Als wir ankamen, wurden wir von unseren Eltern empfangen.
Wir danken der Schule für die Ermöglichung der Reise.
Weiter danken wir Herrn Vogel und Frau Wessel für dieses tolle Wochenende.
Linus Walter und Daniel Schneider

