Die Dänemarkwoche der elften Klassen

Schon im September 2009 konnten wir, die elfte Jahrgangsstufe, die feierfreudigen Sitten und Gebräuche der Dänen ergründen. Nach nur wenigen Stunden in unseren Gasfamilien wurden uns die Unterschiede beider Kulturen und Lebensweisen vor Augen geführt. Die Dänemarkwoche war eine der schönsten Wochen in unserem ganzen bisherigen Schülerleben.

Bei der Abreise freuten wir uns umso mehr, diese netten und aufgeschlossenen Menschen in Deutschland wiedersehen zu können. Denn, wie man immer so schön sagt: „Man sieht sich immer zweimal im Leben.“ Eine lange Zeit ist vorbeigerauscht und nun waren die Dänen an der Reihe, unsere Gewohnheiten für sich zu entdecken. Wir Deutschen hatten nun die Möglichkeit, unsere Gastfreundschaft unter Beweis zu stellen und unseren Gastschülern Deutschland von einer anderen Sicht näher zu bringen. Der Tag, an dem die Dänen ankamen, rückte immer näher und näher. Schließlich standen wir vielerwartend auf dem Erfurter Hauptbahnhof. Als unsere Gäste nach dreizigminütiger Verspätung ankamen, herrschte ein riesiges Chaos auf dem Hauptbahnhof, doch trotzdem fanden wir alle zueinander. Es war bemerkenswert, wie sie unsere doch so kleine Altstadt weder kritisierten noch streng begutachteten. Auch über unsere, mehr oder weniger im Gegensatz zu Dänemark, bescheidenen Häuslichkeiten klagten sie nicht, sondern konnten sich schnell wie zu Hause fühlen. Schon der erste Tag in Deutschland begann mit einer Menge trinkfreudigen Spaß, auch wenn das Wetter nicht mitspielte, haben wir uns wortwörtlich köstlich amüsiert und kamen in Gespräche mit den Dänen, mit denen wir bei unserem Dänemarkaufenthalt nicht die Chance hatten. Während wir auch in dieser  Woche eine Schulwoche wie jede andere erlebten, konnten die Dänen den Spuren der puren Natur Thüringens auf den Grund gehen oder sich die deutsche Weltliteratur zu Gemüte führen. Abends trafen wir uns in größeren Gruppen und oft wurden daraus lange, lustige Nächte. Trotz der extremen Alkoholverträglichkeit, die sie uns auch diesmal wieder bewiesen hatten und die auch typisch für alle dänischen Jugendlichen ist , konnten sie nach zehn Bier immer noch unsere Namen und schafften es mit Mühe, gerade zu laufen, was man ihnen aber nicht übel nehmen kann, denn schon am nächsten Morgen waren sie topfit und bereit, um früh aufmerksam die schönen Ecken der Stadt Erfurt zu erkunden und ihr schon allzu gutes Englisch zu erweitern, um dann spätabends wieder auf ein Neues anzustoßen. Neben ihrer Gepflogenheit des nächlichen Feierns haben sie einen außerordentlich fantastischen Humor und können singen, bis die Wände wackeln. Auch im Haushalt boten sie oft genug ihre Hilfe an und halfen uns Deutschen beim Abwasch und beim Aufräumen, ohne auch nur ein bisschen zu zögern. Eingefügt in unseren normalen Unterricht, ohne Laptop und Handy!, ließen sie ihr breitgefächertes Allgemeinwissen zum Vorschein kommen und arbeiteten fleißig wie die Bienchen mit. Während dieser Woche ist uns aufgefallen, dass diese jungen Leute definitv anders sind als wir, aber  auf eine angenehme Art und Weise junge Menschen, die ihr Leben in vollen Zügen auskosten wollen und auch verantwortungsbewusst sind. Die ganze Woche war, trotz des vollgeplanten Terminkalenders, eine entspannte Woche und auf jeden Fall eine Woche, die wir nie in unserem Leben vergessen werden.